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Wie funktioniert eine Strässler Muskatmühle?

Wie funktioniert eine Strässler Muskatmühle?

Wenn Sie schon einmal versucht haben, eine ganze Muskatnuss in einer gewöhnlichen Gewürzmühle zu mahlen, wissen Sie: Das geht meist gründlich schief. Muskatnuss ist hart, ölhaltig und faserig – ein Material, an dem viele Mahlwerke scheitern. In meiner Werkstatt im Hotzenwald verbaue ich deshalb ausschließlich das Schweizer Strässler-Mahlwerk. In diesem Beitrag erkläre ich Ihnen, wie es funktioniert und warum es sich gerade für Muskatnuss bewährt.

Das Grundprinzip: Reibe statt Mahlwerk

Anders als meine Pfeffer- und Salzmühlen arbeitet die Muskatmühle nicht mit einem Kegelmahlwerk, sondern mit einer feststehenden Schneideplatte, einer Art Reibe. Die ganze Muskatnuss wird unten in die Mühle eingelegt und dort von einem gezackten Mitnehmer gehalten. Eine Feder drückt die Nuss von oben kontinuierlich gegen diese Schneideplatte. Drehen Sie den Kurbelknopf, dreht sich die Nuss auf der Platte – und diese hobelt hauchdünne Späne ab, statt sie zu quetschen oder zu zerschlagen.

Das ist der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Mahlwerk: Muskatnuss ist stark ölhaltig und würde in einem Kegelmahlwerk eher verkleben. Die Strässler-Reibe dagegen schabt sie sauber in feine Raspel – das schont die ätherischen Öle und damit das Aroma.

Warum gehärtetes Metall bei Muskatnuss so wichtig ist

Muskatnuss ist deutlich härter als Pfeffer oder Salz. Eine einfache Reibe aus Kunststoff oder weichem Metall würde sich hier schnell abnutzen oder stumpf werden. Strässler fertigt seine Schneideplatten aus speziell gehärtetem Metall, der auch bei diesem harten, öligen Gewürz über Jahre hinweg präzise und scharf bleibt. Das ist einer der Gründe, warum ich in meinen Muskatmühlen ausschließlich auf diese Mechanik setze – und warum ich auf jede Mühle 10 Jahre Garantie gebe.

Feiner oder gröber?

Anders als bei Pfeffer- oder Salzmühlen lässt sich der Feinheitsgrad bei der Muskatreibe nicht stufenlos einstellen – die Struktur der Raspel ergibt sich aus der Schneideplatte selbst. Was Sie aber beeinflussen können, ist die Menge: Je nach Andruck und Drehgeschwindigkeit entstehen feinere oder etwas gröbere Späne, die sich zum Beispiel für Béchamel, Kartoffelpüree oder Suppen unterschiedlich gut eignen.

Was beim Reiben tatsächlich passiert

1. Die ganze Muskatnuss wird oben eingelegt und vom gezackten Mitnehmer fixiert.
2. Eine Feder drückt sie kontinuierlich nach unten gegen die Schneideplatte.
3. Beim Drehen der Kurbel dreht sich die Nuss auf der Platte und wird in feine Späne gehobelt.
4. Die frischen Muskatraspel fallen durch die untere Öffnung direkt auf Ihr Gericht.

Eine einmal eingelegte Nuss lässt sich so fast vollständig aufbrauchen. Und weil der gesamte Vorgang rein mechanisch und ohne Hitzeentwicklung abläuft, bleiben die ätherischen Öle und damit das volle Aroma der Muskatnuss erhalten – ein Unterschied, den Sie sofort schmecken, verglichen mit bereits gemahlenem Muskat aus dem Glas.

Holz außen, Schweizer Präzision innen

Das Mahlwerk selbst stammt von Strässler aus der Schweiz, das Gehäuse fertige ich in meiner Werkstatt aus ausgewähltem Massivholz – vollständig plastikfrei. Diese Kombination aus traditionellem Handwerk und moderner Schweizer Mahltechnik ist es, die meine Mühlen von industriell gefertigten Modellen unterscheidet.

Wenn Sie mehr über die verschiedenen Hölzer erfahren möchten, aus denen ich meine Mühlen fertige, finden Sie eine Übersicht auf meiner Seite zu den verwendeten Holzarten.

*Ingolf Keck, HotzenArt – Handgefertigte Holzunikate aus dem Hotzenwald*